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22.07.2011 09:29

Korrektur

Im Communiqué Nr. 5 Karotten zwiebeln vom 20. Juli 2011 ist der Zwiebelpreis fko GV falsch eingetragen. Auf der Startseite, siehe Mitgliederinfo (geschützter Bereich), Richtpreis-Communiqué VSGP finden Sie die korrigierte Version.

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Gemüse ist mehr als ein Nahrungsmittel

Mit jeder Portion Gemüse pro Tag sinkt das Herz-Kreislauf-Krankheitsrisiko um 12 bis 19%


Beim Verzehr von grünem Gemüse vermindert sich das Risiko einer akuten Herzerkrankung mit jeder Portion pro Tag um 12%.Gegenüber der Gruppe, die kein Gemüse verzehrte, hatten Personen, die mehr als drei mal pro Woche Gemüse assen, ein um 70% reduziertes Krankheitsrisiko. Gemüse insgesamt bewirkte mit jeder weiteren Portion pro Tag eine Verminderung des Risikos, ein Herz-Kreislauf-Syndrom zu bekommen, um 19%. Bei starken Rauchern war die Wirkung von Gemüse geringer, aber immer noch konnte ein Gemüseverzehr von 2,5 Portionen pro Tag und mehr das Risiko für eine akute Herzerkrankung um 27% senken gegenüber der Gruppe, die weniger als eine Portion Gemüse pro Tag zu sich nahm.
Dies sind Ergebnisse und Aussagen einer Studie über den Zusammenhang zwischen dem Verzehr an Gemüse und Obst und der Gefahr für akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Studie wurde vom kardiologischen Institut der medizinischen Fakultät der Universität von Athen/GR in Zusammenarbeit mit der kardiologischen Abteilung des Medizinischen Zentrums für Veteranen der Georgetown University, Washington, DC/USA durchgeführt.
Es handelte sich dabei um eine so genannte Fall-Kontrollstudie, in der 848 Patienten mit akuter Herzerkrankung mit 1.078 gesunden Personen des gleichen Umfelds nach ihren Verzehrsgewohnheiten, Alkoholkonsum, Rauchen, körperlicher Aktivität, Cholesteringehalt, Blutdruck, Körpergewicht, Schulbildung und anderem untersucht oder befragt wurden.
Bei der Auswertung der Ergebnisse wurden die genannten Risikofaktoren statistisch herausgerechnet, so dass der Einfluss von Obst und Gemüse unabhängig erfasst werden konnte. Die hier nicht dargestellten Ergebnisse für einen erhöhten Obstverzehr gehen in die gleiche Richtung.

 

Den Bericht haben Demosthenes B. Panagiotakos und Kollegen online am 8. Mai 2003 in Nutr.J.;2:2. veröffentlicht.

 

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

Täglich grün-gelbes Gemüse - geringeres Schlaganfallrisiko

In einer 18 Jahre dauernden japanischen Studie mit 40'349 Personen wurde unter anderem der Einfluss von Obst und Gemüse auf das Schlaganfallrisiko geprüft.
Als Ergebnis veröffentlichten C. Sauvaget und Kollegen von der Abteilung Epidemiologie der Stiftung zur Erforschung von Strahlenwirkungen, Hiroshima, Japan, dass täglicher Verzehr von grün-gelbem Gemüse das Risiko, an Schlaganfall zu sterben um 26 % senkt gegenüber der Gruppe, die nur einmal pro Woche oder seltener Gemüse zu sich nahm.
Wer täglich Obst verzehrte minderte das Risiko um 35 %. Der Schutzeffekt von Gemüse und Obst war bei Männern und Frauen ungefähr gleich stark ausgeprägt.

(Quelle: Sauvaget, C., Nagano, J., Allen, N. und K. Kodama: "Vegetable and fruit intake und stroke mortality in the Hiroshima/Nagasaki Life Span Study." Stroke Oct. 2003)

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

Gemüse 1/2004

Möhren, Tomaten und Salbei - Geringeres Lungenkrebsrisiko

Seit Längerem wird beobachtet, dass die so genannte Mittelmeerdiät (viel Gemüse, Obst, Olivenöl, wenig Fleisch und anderes) mit einer Verminderung des Krebsrisikos verbunden ist.
C. Fortes und Kollegen von der Abteilung Klinische Epidemiologie des Instituto Dermopatico dell'Immacolata in Rom prüften, welche Einzelkomponenten für die Vorbeugung vor Lungenkrebs bedeutsam sein können.
Die Forschergruppe fand heraus, dass insbesondere der hohe Verzehr von Möhren (Risikominderung 41 %) und der regelmässige Konsum von Salbeiblättern (Risikominderung 58 %) gegen Lungenkrebs wirksam zu sein scheinen. Auch der Verbrauch an Olivenöl war statistisch mit einem verminderten Krebsrisiko in Verbindung zu bringen.
In die zwischen 1993 und 1996 als so genannten Fall-Kontrollstudie angelegte Untersuchung waren 342 Personen mit Lungenkrebs und 292 gesunde Kontrollpersonen etwa gleichen Alters und Umfelds einbezogen. Die Wirkung des Rauchens wurde statistisch "herausgerechnet", so dass der Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und der Ernährung unabhängig erfasst werden konnte.
Die Autoren sind der Ansicht, dass einzelne Komponenten der Mittelmeerdiät mehr als andere für ein vermindertes Krebsrisiko verantwortlich sind.

(Quelle: Fortes, C., Forastiere, F., Farchi, S., Mallone, S., Trequattrinni, T., Anatra, F., Schmid, G., und C.A. Perucci,: "The protective effect of the Mediterranean diet on lung cancer". Nutr. Cancer 2003)

 

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

 

Gemüse 2/2004

Mehr Lycopin - weniger Herz-Kreislauferkrankungen

Die so genannte Women's Health Studie ist eine gross angelegte Untersuchung unter anderem über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit bei Frauen, die von einer Reihe von medizinischen Instituten und Kliniken der USA durchgeführt wurde. In dieser prospektiven Studie wurden 39'876 Frauen, die zum Untersuchungsbeginn frei von Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs waren, über 4,8 Jahre lang beobachtet. Innerhalb des Untersuchungszeitraums trat bei 483 Frauen eine Herz-Kreislauferkrankung auf.
Die Forschergruppe um Howard D. Sesso, Abteilung für Präventive Medizin am Brigham and Womens's Hospital und der Harvard Medical School in Boston, stellte fest, dass der Lycopingehalt im Blutplasma einen deutlichen Zusammenhang mit dem Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen zeigt.
Das Erkrankungsrisiko ging mit steigendem Lycopingehalt um 38 bis 44 % zurück gegenüber der Gruppe mit niedriger Konzentration.
Bei der Risikoberechnung wurde der Einfluss der bekannten belastenden Faktoren wie Alter, Rauchen, Cholesteringehalt statistisch eliminiert. Der rote Farbstoff Lycopin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der zur Gruppe der Carotinoide gehört. Lycopin kommt vorrangig in Tomaten und Tomatenprodukten vor. Auch Hagebutten enthalten Lycopin. In jüngster Zeit wird versucht, Möhren zu züchten, die ebenfalls Lycopin enthalten.
Die neuen Ergebnisse bestätigen frühere Studien, die gezeigt haben, dass Carotinoide und insbesondere das Lycopin vorbeugend gegen Herzinfarkt wirksam sein können.

(Quelle: Howard D. Sesso, Julie E. Buring, Edward P. Norkus and J. Michael Gaziano: "Plasma lycopene, other carotenoid, and retinal and the risk of cardiovascular disease in women." American Journal of Clinical Nutrition, Jan. 2004)

 

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

 

Gemüse 3/2004

Mehr als dreimal Gemüse und Obst pro Tag fördert Knochenbildung bei Mädchen

In einer Studie am Zentrum für Gesundheitswissenschaften der Universität von Tennessee und dem regionalen Zentrum für Medizin in Memphis, USA, wurde bei Mädchen im Pubertätsalter der Zusammenhang zwischen Ernährung und Knochenaufbau untersucht.
Die Forschergruppe um Franees A. Tylavsky teilte die Teilnehmerinnen nach dem Obst- und Gemüseverzehr in zwei Gruppen, nämlich "weniger als drei Portionen pro Tag" und "drei oder mehr Portionen pro Tag".
Die Ergebnisse machten deutlich, dass die Mädchen, die mehr Gemüse und Obst assen, eine höhere Knochenmasse hatten. Gleichzeitig war die Ausscheidung des für die Knochenbildung wichtigen Calciums verringert und auch die Konzentration des Knochen abbauenden Parathormons (Nebenschilddrüsenhormon) lag niedriger. Die gemessenen Werte wurden um die Einflüsse von Alter, Body Mass Index (BMI) und sportlichen Aktivität korrigiert, so dass die Ergebnisse gesichert der Ernährung mit Obst und Gemüse zugeordnet werden konnten.
Die Autoren kommen zum Schluss, dass sich ein höherer Verzehr von Gemüse und Obst bei Kindern günstig auf die Knochenentwicklung auswirken kann.

(Quelle: Franees A. Tylavsky et al.: "Fruit and vegetable inkakes are an independent predictor of bone size in early pubertal children." American Journal of Clinical Nutrition, Febr. 2004)

 

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

 

Gemüse 4/2004



Hoher Gemüse- und Obstverzehr erhöht Lebenserwartung - eine finnische Studie

In einer so genannten prospektiven Studie wurden 2'641 ursprünglich gesunde Männer im Alter zwischen 42 und 60 über einen Zeitraum von durchschnittlich 13 Jahren hinsichtlich der Entwicklung von Krankheiten und Todesfällen beobachtet. Gleichzeitig erfasste man Verhalten und Nahrungsauswahl, um mögliche Zusammenhänge zum Auftreten von Erkrankungen herauszufinden.
Die Untersuchungen haben Forscher der Universität Kuopio und des Gesundheitszentrums Suonenjoki in Finnland durchgeführt.
Als Ergebnis stellten Tiina Rissanen und Kollegen unter anderem fest, dass ein hoher Verzehr von Gemüse und Obst, im Vergleich zu einem niedrigen Verzehr, das Todesrisiko insgesamt um 34 % senkt. Betrachtet man die durch Herzkreislauferkrankungen verursachten Todesfälle, so betrug die Risikoverminderung der höchsten Aufnahmegruppe sogar 41 %.
Der Bericht schlisst mit dem Satz: "Die Daten zeigen dass eine hohe Aufnahme an Obst und Gemüse mit einem verringerten Sterberisiko bei Männern im mittleren Alter verknüpft ist. Folglich ist aus den Ergebnissen dieser Untersuchung zu schliessen, dass eine Ernährung, die reich an pflanzlichen Nahrungsmitteln ist, die Lebenserwartung erhöhen kann."

(Quelle: Ta H. Rissanen et al.: "Low Intake of Fruits, Berries and Vegetables Is Associated with Excell Mortality in Men" the Kuiopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor (KIHD) Study, Jan. 2003)

 

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

Gemüse 5/2004

Zwei gewonnene Lebensjahre durch mehr als 60 g Gemüse pro Tag - eine italienische Studie

1'536 Männer im Alter zwischen 45 und 65 aus zwei italienischen Regionen wurden 1965 auf den Gesundheitszustand, die Lebensweise und das Ernährungsverhalten untersucht. Im Laufe der 30 Jahre dauernden weiteren Beobachtung verstarben 1'096 Männer (308 an Herzerkrankung, 325 an Krebs, 158 an Schlaganfall und 305 and anderen Ursachen).
F. Seccareccia und Kollegen vom Laboratorium für Epidemiologie und Biostatistik am Gesundheitsinstitut, Rom, errechneten aus den erfassten Daten, dass Männer, die täglich mehr als 60 g Gemüse assen, im Durchschnitt (altersbereinigt) zwei Jahre länger lebten als die, die weniger als 20 g Gemüse pro Tag verzehrten.
Der Zusammenhang zwischen Gemüseverzehr und Lebenserwartung war unabhängig voneinander in beiden Regionen zu finden, obwohl sich die verzehrten Gemüsearten regional stark unterschieden.
Die positive Wirkung eines höheren Gemüseverzehrs war bei Rauchern stärker ausgeprägt als bei Nichtrauchern.
Als Schlussfolgerung formulieren die Autoren: Die Ergebnisse lassen einen positiven Zusammenhang zwischen Gemüseverzehr und Lebenserwartung erkennen.

(Quelle: Seccareccia F. et al.: "Vegetal intake and long-term survival among middle-aged men in Italy" Ann. Epidemiol. Juli 2003)

 

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

 

Gemüse 6/2004

Lycopin reicht nicht, es braucht die ganze Tomate zur Vorbeugung vor Prostatakrebs

Seit vielen Jahren und aus vielen Untersuchungen ist der Zusammenhang zwischen einem erhöhten Verzehr von Tomaten oder Tomatenprodukten und einem verringerten Erkrankungsrisiko an Prostatakrebs, Herzinfarkt und anderen Krankheiten bekannt.
Fast einhellig wurde die positive Wirkung von Tomaten dem roten Farbstoff Lycopin, einem sekundären Pflanzenstoff aus der Gruppe der Karotinoide, zugeschrieben. Dies vor allem, weil bei Prüfung verschiedener Inhaltsstoffe immer wieder der engste statistische Zusammenhang zwischen der ermittelten Lycopin-Aufnahme und der Risikominderung gefunden wurde.
Nun gingen Thomas W.-M. Boileau und Kollegen, Universität von Illinois und der Ohio-State-University, in Tierversuchen der Frage nach, ob die gefundene Wirkung tatsächlich und allein dem Lycopin zuzuschreiben ist. Die Tiere bekamen Lycopin in reiner Form und zum Vergleich Tomatenplulver. Das Ergebnis besagt klar: Eine Risikominderung geht nicht von reinem Lycopin aus, sehr wohl jedoch von Tomatenpulver, also nur vom ganzen Produkt.
Die Autoren vermuten, dass Tomaten zusätzlich zu Lycopin Stoffe (phytochemicals) enthalten, die die Krebsentstehung hemmen. Das Ergebnis geht in eine ähnliche Richtung wie die drei grossangelegten, aber missglückten Versuche, durch Verabreichung von reinem Beta-Karotin das Risiko für Lungenkrebs zu vermindern.
"Jede Isolierung von einzelnen, als gesundheitlich wirksam erkannten, bioaktiven Substanzen und deren erhöhte Einnahme bringt natürliche Regulationsmechanismen durcheinander und kann die gegenteilige Wirkung hervorrufen", schrieb Regina Naumann schon 1997 in ihrem Buch: "Bioaktive Substanzen, die Gesundmacher in unserer Nahrung."

(Quelle: Thomas W.-M. Boileau, Zhiming Liao, Sunny Kim, Stanley Lemenshow, John W. Erdmann, Jr., Steven K. Clinton: "Prostate Carcinogenesis in N-methyl-N-nitrosourea-Testosteron-Treated Rats Fed Tomato Powder, Lycopene, or Energy-Restricted Diets". Journal of the National Cancer Institute, Nov. 2003)

 

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

 

Gemüse 7/2004



Niedriges Herzinfarktrisiko bei hohem Verzehr von grünem Blattgemüse

Die so genannte Ischemische Herzerkrankung, der Herzinfarkt, ist in Indien eine der häufigsten Todesursachen.
In einer Fall-Kontroll-Studie, in die 350 Patienten mit akutem Herzinfarkt in acht Krankenhäusern sowie 700 gesunde Personen mit ansonsten gleichen Bedingungen einbezogen waren, wurde daher der Zusammenhang zwischen Ernährung und dem Auftreten der Herzerkrankung untersucht.
Als Ergebnis stellten Tanuja Rastogi und Kollegen fest, dass das Krankheitsrisiko mit zunehmendem Gemüseverzehr statistisch gesichert abnimmt. Eine besonders starke Wirkung gegen Herzinfarkt haben offenbar die grünen Blattgemüsearten.
Bei der Personengruppe, die im langjährigen Durchschnitt pro Woche 3,5 Portionen Blattgemüse verzehrte, ging das Risiko um zwei Drittel zurück gegenüber denen, die nur 0,5 Portionen Blattgemüse pro Woche assen.
Die Untersuchung wurde vom Institut für Ernährung, Epidemiologie und Biostatistik der Harvard-School of Public Health in Boston/USA, in Zusammenarbeit mit dem All-India-Institute für Medizin, Neu Delhi/Nordindien, und der Abteilung für Ernährung der Medizinhochschule, Bangalore/Südindien, durchgeführt.

(Quelle: Tanuja Rastogi, K. Srinath Reddy, Mario Vaz, Donna Spiegelmann, D. Prabhakaran, Walter C. Willet, Meir J. Stampfer und Alberto Ascherio: "Diet and risk of ischemic heart disease in India." American Journal of Clinical Nutrition, April 2004)

 

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

 

Gemüse 8/2004

Antioxidative sekundäre Pflanzenstoffe vermindern Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Leukämie

 

Eine Ernährung mit hohem Gehalt an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen führte bei an Leukämie erkrankten Kindern zu einer Verminderung der negativen Nebenwirkungen der Chemotherapie.
In der betreffenden Studie wurde bei 103 Kindern mit akuter Leukämie die Aufnahme von Vitamin C, Gesamtcarotinoiden, Beta-Carotin, Vitamin A und Vitamin E erfasst. Die Beobachtungszeit über die Auswirkungen der Chemotherapie betrug sechs Monate.
Deborah D. Kennedy und Kollegen, die der Columbia Universität, New York, dem Kinderhospital in Philadelphia, dem US Department of Agriculture Human Nutrition Research Center for Aging sowie der Tufts Universität, Boston, angehören, stellten fest, dass mit höherem Vitamin-C-Gehalt in der Ernährung die Therapie früher wirkte, weniger toxische Nebenwirkungen zeigte und die Kinder früher aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten. Auch eine höhere Carotinaufnahme verminderte das Toxizitätsrisiko bei den Patienten.
Die Forscher gehen davon aus, dass die in pflanzlicher Nahrung (hauptsächlich in Gemüse und Obst) enthaltenen bioaktiven Substanzen und Vitamine dem oxidativen Stress der Chemotherapie entgegenwirken. Bei den untersuchten Kindern lag die Versorgung mit den verschiedenen als wichtig angesehenen antioxidativ wirkenden Pflanzenstoffe nur zwischen 29 und 66 % der von der nationalen amerikanischen Gesundheits- und Ernährungsüberwachungsbehörde empfohlenen Menge.

(Quelle: Deborah D. Kennedy et al.: "Low antioxidant vitamin intakes are associated with increases in adverse effects of chemotherapy in children with acute lymphoblastic leukemia." American Journal of Clinical Nutrition, Juni 2004


Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

 

Gemüse 9/2004

Erhöhung des Gemüseverzehrs von ein auf drei Portionen pro Tag vermindert Risiko für Eierstockkrebs um 40 %

In der so genannten Schwedischen Mammographiegruppe mit 61'084 Frauen im Alter zwischen 38 und 76 Jahren wurde der Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Gemüse und Obst und dem Auftreten von Eierstockkrebs untersucht. Die Studie dauerte 13,5 Jahre. Sie ergab eine statistisch gesicherte Abnahme des Krebsrisikos mit zunehmendem Gemüseverzehr. Frauen, die drei oder mehr Portionen Gemüse pro Tag verzehrten, hatten ein um circa 40 % reduziertes Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, im Vergleich zu der Gruppe, die nur eine Portion oder weniger pro Tag zu sich nahm.

Die Untersuchung wurde von Susanna Larsson, L. Holmberg und A. Wolk von der Abteilung Ernährungsepidemiologie am Nationalen Institut für Umweltmedizin in Stockholm und dem Onkologischen Zentrum des Universitätshospitals in Uppsala, Schweden, durchgeführt und im British Journal of Cancer advance am 4. Mai 2004 veröffentlicht.

 

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

 

Gemüse 10/2004

Antioxidative Karotine vermindern Risiko für Arterienverkalkung

Eine kalifornische Wissenschaftlergruppe stellte fest, dass Menschen mit einer höheren Konzentration an Karotinen im Blut ein geringeres Risiko für die Erkrankung an Arteriosklerose haben. In die Untersuchung waren 573 Personen mittleren Alters ohne Symptome einer Herz-Kreislauferkrankung einbezogen. Bei diesen wurde der Gehalt an antioxidativen Stoffen im Blut und Vorstufen von Arteriosklerose gemessen und zwar über einen Zeitraum von 18 Monaten.
Die Auswertung ergab einen gesicherten statistischen Zusammenhang zwischen den Karotinvarianten Lutein, Zeaxanthin, b-Cryptoxanthin und a-Carotin. Auch nach der Korrektur der Berechnungen um Alter, Geschlecht, Rauchverhalten und anderen Risikofaktoren für Arterienverkalkung war der Zusammenhang noch statistisch gesichert: Je höher der Gehalt an Karotinen im Blutplasma, desto geringer das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Als Gemüsearten mit besonders hohen Gehalten an den genannten Karotinen werden genannt: Tomaten, Grünkohl, grüne Kohlblätter, Spinat, Mangold, Möhren, rote Paprika und Romanasalat.

Die Untersuchung wurde von James H. Dwyer und Kollegen durchgeführt und in "Arteriosclerosis, Thrombosis und Vascular Biology", 2004 veröffentlicht.


Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

 

Gemüse 11/2004

Höherer Gemüse- und Obstkonsum vermindert Risikofaktoren des "metabolischen Syndroms"

Unter dem Begriff "Metabolisches Syndrom" werden Stoffwechselabweichungen zusammengefasst, die Frühindikatoren für Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Nierenkrankheiten und andere sind. Hierzu gehören zum Beispiel Abweichungen von Normalwerten bei Blutdruck, Blutfetten, Blutzucker, HDL-Cholesterin oder Gewicht. Wenn drei dieser Werte Abweichungen zeigen, spricht man von metabolischem Syndrom als Alarmzeichen.
In einer Zusammenarbeit zwischen amerikanischen und südkoreanischen Wissenschaftlern wurde der Zusammenhang zwischen Ernährung und dem Auftreten des metabolischen Syndroms untersucht. Einbezogen in die Studie waren 1'181 junge Erwachsene im Alter zwischen 19 und 38 Jahren.
Als Ergebnis wurde festgestellt, dass die Personen, die überhaupt keine Risikofaktoren des metabolischen Syndroms aufwiesen, mit durchschnittlich 3,3 Portionen pro Tag am meisten Obst und Gemüse verzehrten. In der Gruppe, bei der ein oder mehrere Risikofaktoren festgestellt wurden, lag der Verzehr an Gemüse und Obst (einschliesslich der Säfte) statistisch gesichert niedriger.
Die Autoren bestätigen damit den vielfach gefundenen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Verzehr an Obst und Gemüse und einem verringerten Krankheitsrisiko. Allerdings ist anzumerken, dass auch in dieser Untersuchung selbst bei der gesunden Gruppe der durchschnittliche Verzehr pro Tag noch deutlich unter der Empfehlung "5 am Tag" liegt.

Die Studienergebnisse wurden von Sunmi Yoo und Kollegen veröffentlicht in der Oktoberausgabe 2004 des American Journal of Clinical Nutrition.


Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen


Gemüse 12/2004

Hoher Gemüse- und Obstverzehr senkt das Risiko für Bluthochdruck

Personen mit einem hohen Verzehr an Gemüse und Obst haben ein deutlich niedrigeres Risiko, an erhöhtem Bluthochdruck zu erkranken. Dies geht aus der so genannten Seguimiento Universidad de Navarro Studie her vor. Bei dieser Untersuchung mit 4393 Teilnehmern wurde unter anderem der Zusammenhang zwischen Verzehr an Obst und Gemüse und dem Blutdruck ermittelt. Bluthochdruck wurde definiert bei Werten von 140 zu 90 (mm Hg, systolisch zu diastolisch) oder höher.
Die Gruppe mit dem höchsten Gemüseverzehr hatte gegenüber dem niedrigsten ein um 42 % reduziertes Risiko für Bluthochdruck. Ein höherer Obstverzehr senkte den Risikowert um 32%. Nahm man bei der Auswertung Obst und Gemüse zusammen, so betrug das Risiko für Bluthochdruck bei der höchsten Gruppe nur noch 23% im Vergleich zur niedrigsten Gruppe.
Die Ergebnisse wurden von A. Alonso und Kollegen vom Institut für Epidemiologie und Volksgesundheit der Universität von Navarra, Pamplona, Spanien, veröffentlicht.

(Fruit and vegetable consumption is inversely associated with blood pressure in a Mediterranean polulation with a high vegetable-fat intake: the Seguimiento Universidad de Navarra (SUN) Study. Br.J.Nutr. 92(2), 311-319, August 2004).

 

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

 

Gemüse 1/2005

Noch einmal: Tomaten, Lycopin und Prostatakrebs

Schon vor längerer Zeit wurde festgestellt, dass Männer, die viel Tomaten und Tomatenprodukte verzehren, ein geringeres Risiko haben, an Prostatakrebs zu erkranken. Von Anfang an wurde vermutet, dass vor allem der rote Farbstoff, das zu den Carotinoiden gehörende Lycopin, die da für verantwortliche Substanz ist. In Tierversuchen konnte allerdings nur mit Tomaten und nicht mit Zusatz von isoliertem Lycopin eine prostataschützende Wirkung erzielt werden. Nun liegt eine neue Untersuchung aus Australien und China vor, die wieder nahe legt, dass vorrangig Lycopin für die Schutzwirkung verantwortlich ist.
In dieser Fall-Kontroll-Studie mit 130 Männern mit histologisch bestätigtem Prostatakrebs und 274 Kontrollpersonen ohne Prostatakrebs aus dem gleichen Umfeld wurde der Zusammenhang zwischen der Aufnahme an Carotinoiden und dem Auftreten von Prostatakrebs untersucht. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass ein hoher Verzehr karotinreicher Gemüse- und Obstarten (Tomaten, Kürbis, Spinat, Wassermelonen und Zitrusfrüchten) mit einer Risikominderung bei Prostatakrebs verknüpft ist.
Wurde das Erkrankungsrisiko auf die einzelnen Carotinoide bezogen, so hatten Lycopin und Beta-Carotin den stärksten Einfluss. Bei den Männern mit der höchsten Aufnahme dieser beiden Carotinoide reduzierte sich das Prostatakrebsrisiko um mehr als 80 % gegenüber der Gruppe mit der niedrigsten Aufnahme.
Die weiteren geprüften Carotinoide (Alpha-Carotin, Beta-Cryptoxanthin, Lutein und Zeaxanthin) zeigten ebenfalls ein signifikant abnehmendes Erkrankungsrisiko bei erhöhter Aufnahme. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass carotinreiches - insbesonders lycopinreiches Gemüse und carotinreiches Obst eine Schutzwirkung vor Prostatakrebs haben können.

Quelle: Jian L., Du C.J. Lee A.H.and Binns C.W.: Dodietary Iycopene and other carotenoids protect against prostate cancer? Int. J. Cancer. 28. Oktober 2004;


Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen


Gemüse 2/2005

Auch in Kohlarten Wirkstoffe gegen Prostatakrebs

Glucobrassicin, ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Glucosinolate, hat sich im Tierversuch als wirksam erwiesen, das Auftreten, das Wachstum und die Metastasenbildung von Prostatakrebs zu hemmen oder zu unterdrücken. Glucobrassicin (Indol-3-Carbinol) kommt in Kohlarten, Rettich und anderen Gemüsearten aus der Familie der Kreuzblütler vor. Die Substand wurde in diesem Fall per Injektion verabreicht. Die Untersuchungen wurden von V.P. Garikapaty und Kollegen, Institut für Mikrobiologie und Immunologie der New Yorker Medizinischen Hochschule Valhalla, durchgeführt und im Januar 2005 in der Zeitschrift Oncol. Rep., 13(1), Seite 89-93 unter dem Titel: "Anti-carcinogenic and anti-metastatic properties of indol-3-carbinol in prostate cancer" veröffentlicht.
Dieses in Tierversuchen erzielte Ergebnis könnte eine Erklärung dafür bieten, dass auch in epidemiologischen Studien an Männern immer wieder eine krebsmindernde Wirkung von Kohlarten festgestellt wird. So veröffentlichten vor kurzem M.A. Joseph und Kollegen die Ergebnisse einer sogenannten Fall-Kontrollstudie mit 428 Patienten mit nachgewiesenem Prostatakrebs und 537 gesunden Kontrollpersonen mit gleichem Umfeld. Sie wiesen nach, dass Männer mit einem erhöhten Verzehr an "Kreuzblütlergemüse und Brokkoli" ein um  42 % reduziertes Risiko hatten, an Prostatakrebs zu erkranken im Vergleich zu der Gruppe mit dem niedrigsten Verzehr an diesen Gemüsearten (niedrigstes Viertel). Die positive Wirkung des Verzehrs der Kreuzblütlergemüse konnte in dieser Studie schon nachgewiesen werden, wenn nur zwei oder mehr Portionen pro Monat gegessen wurden.

Veröffentlicht sind diese Daten in der Zeitschrift Nutr. Cancer; 50(2), 2004, Seite 206-213 unter dem Titel: "Cruciferous vegetables, genetic polymorphisms in glutathione s-transferases m1 ant t1, and prostate cancer risk".

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

Gemüse 3/2005

Gemüse und Obst verringern Brustkrebsrisiko bei älteren Frauen

Ob ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse das Risiko für Brustkrebs vermindert, ist offenbar immer noch umstritten. In der kürzlich veröffentlichten so genannten EPIC-Studie wurde kein Zusammenhang gefunden (siehe auch Gemüse Nr. 3/2005, Seite 8). In einer amerikanischen Fall-Kontroll-Studie mit 1463 Patientinnen und 1500 gesunden Frauen des gleichen Umfelds und Alters wurden die Ergebnisse getrennt nach dem Auftreten von Brustkrebs vor und nach den Wechseljahren ausgewertet.
Dabei kam heraus, dass bei Frauen nach der Menopause ein erhöhter Verzehr an Gemüse das Erkrankungsrisiko gegenüber der Gruppe mit dem niedrigsten Verzehr um 37% absenkt. Die Wirkung von Blattgemüsearten war dabei offenbar besonders hoch. Bei der Suche nach den stofflichen Ursachen war der Zusammenhang mit der Aufnahme von Carotinoiden (alpha-Carotin, beta-Carotin, Lutein und insbesondere Lycopin) besonders eng.
Bei Frauen vor den Wechseljahren wurde keine Beziehung zwischen dem Auftreten von Brustkrebs und dem Verzehr von Obst und Gemüse gefunden.
Die Untersuchungen wurden gemeinschaftlich von der Abteilung für Epidemiologie und Ernährung der Universität von North Carolina mit mehreren New Yorker Universitätsinstituten und Privatforschungseinrichtungen durchgeführt.

Die Veröffentlichung der Autorin Mia M. Gaudet und Kollegen erschien in der Zeitschrift "Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention" Vol 13, Seite 1485 bis 1494, im September 2004 unter dem Titel: "Fruits, Vegetables, and Micronutrients in Relation to Brest Cancer Modifies by Menopause and Hormone Receptor Status".

Prof. Dr. Hans-Christoph Scharpf, Ettlingen

Gemüse 5/2005